Warum müssen meine Kinder ohne Vater aufwachsen?

Die Familie steht unter einem besonderen Schutz – so ist es zum Beispiel im deutschen Grundgesetz verankert. Doch nicht alle Schutzberechtigten dürfen aktuell ihre Familien nach Deutschland nachholen. Seit März 2016 ist der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte ausgesetzt. Das bedeutet auch Ehepartner und minderjährige Kinder dürfen nicht aus den Kriegsgebieten einreisen. Zurück bleiben oft die besonders Schutzbedürftigen: Frauen und Kinder. Bundesinnenminister de Maizière schlägt vor, den Familiennachzug auch über März 2018 hinaus zu verbieten und Familien damit auf unbestimmte Zeit voneinander zu trennen.

 

Dalal aus Syrien


 

Wie war deine Situation als du nach Deutschland kamst?
Ich komme aus der syrischen Stadt Aleppo. Als ich mit meinen drei kleinen Kindern von dort nach Köln kam, war ich gerade schwanger. Mittlerweile sind wir zu fünft – Hanin kam erst hier zur Welt. Mein Mann musste in Aleppo bleiben, weil seine Mutter die Stadt nicht verlassen konnte. Sie sollte dort nicht alleine zurückbleiben.

Was war eure Hoffnung?
Unser Plan war, dass der Rest unserer Familie nach Deutschland nachkommt. Ich habe jedoch nur einen subsidiären Schutzstatus bekommen. Mein Mann darf nicht einreisen.

Wie geht es dir jetzt?
Meine Kinder und ich fühlen uns hier eigentlich sehr wohl. Aber wir können nicht richtig ankommen. Mein Mann fehlt uns zu sehr. Unsere kleine Hanin hat ihren Vater noch nicht kennengelernt. Oft sage ich zu meinem Mann, dass ich deshalb zu ihm – nach Syrien – zurückkehren möchte, aber er versucht mich immer zu überzeugen, hier zu bleiben. Für die Kinder und für unsere Zukunft. Aber ohne ihn werden wir uns nie richtig Zuhause fühlen.


 

Am 24. September hast du die Wahl! Informier’ dich, welche Partei deine Interessen und die von Dalal vertritt. Nutze dafür zum Beispiel das Angebot des Sozial-O-Mat, der sich vor allem mit sozialen Themen beschäftigt!

 

Start with a Friend vermittelt Freundschaften zwischen Menschen, die neu nach Deutschland kommen und welchen die sich selbst als Locals verstehen. Viele von den Teilnehmern sind nach Deutschland geflohen. Aber eine Flucht ist eben nur ein Teil der eigenen Identität. Deswegen reduziert Start with a Friend niemanden auf den Begriff Flüchtling. Hier treffen sich einfach Menschen, die offen und neugierig sind. Die Idee von mehr Freundschaften entstand Ende 2014 an einem Küchentisch in Berlin. Mittlerweile sind über 3000 Tandems in 17 deutschen Städten mit dabei.

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