Staatlich verordnet: Keine gesellschaftliche Teilhabe für Afghanen

Schutzsuchende werden in Deutschland unterschiedlich behandelt. Afghan*innen bilden aktuell die drittgrößte Gruppe unter den Asylantragstellern. Sie sind aber deutlich schlechter gestellt als Syrer*innen und Iraker*innen. Im Durchschnitt warten sie 14 Monate auf eine Entscheidung, deutlich länger als Menschen aus den anderen beiden Herkunftsländern. In dieser Zeit sind sie gesetzlich zum rumsitzen verurteilt. Der Grund dafür: Integrationskurse, um Deutsch zu lernen, erhalten nur Asylbewerberinnen mit einer sicheren Bleibeperspektive. Das bedeutet, dass mehr als 50 Prozent der Asylanträge erfolgreich sind. Bei Afghan*innen liegt die Schutzquote knapp darunter. Doch die Zählweise bestimmt das Ergebnis: Rechnet man die sog. formellen Entscheidungen heraus, liegt die tatsächliche Zahl der Anerkennungen deutlich über 50 Prozent. Eine Vielzahl von Menschen bleibt also langfristig in Deutschland, wird aber über Jahre von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen.

 

Yahya, 20 Jahre, aus Afghanistan


Wie lange lebst du bereits in Deutschland?

Ich bin nun schon seit mehr als 2 Jahren in Deutschland und durfte leider immer noch keinen Deutsch -oder Integrationskurs besuchen, weil ich als Afghane keine sichere Bleibeperspektive habe. Das finde ich wirklich sehr schade und es macht mich traurig. Wie soll ich denn so Menschen kennenlernen, Freunde finden und Sprache und Kultur verstehen können? Jetzt bin ich ja hier – warum wird mir alles verwehrt?

 

Was bedeutet es für dich Deutsch zu lernen?

Ich möchte unbedingt hier bleiben und etwas aus meinem Leben machen. Daher bemühe ich mich sehr, die Sprache zu erlernen und einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Ich habe glücklicherweise liebe Menschen in der Stadt getroffen, die mir helfen, deutsch zu lernen, die neue Kultur zu verstehen und Kontakte zu möglichen Ausbildungsstätten herstellen.

 

Was sind deine Träume?

Ich möchte unbedingt perfekt deutsch sprechen, lesen und schreiben können und am liebsten eine Lehre zum Friseur machen. Ich wünsche mir eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland, ich möchte ankommen und positiv in meine Zukunft blicken. Meine Mutter und Schwestern vermisse ich auch ungemein und würde sie liebend gern zu mir holen. Ich bin und bleibe gespannt.


 

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